Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland steigt seit einigen Jahren wieder an. Doch wo genau ist das Risiko am größten, zu welcher Tageszeit schlagen Täter am liebsten zu, und wie stehen die Chancen, dass ein Einbruch überhaupt aufgeklärt wird? Dieser Beitrag ordnet die aktuellen Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ein und zeigt in einer Tabelle, welche Bundesländer besonders betroffen sind.
Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um eine Steuer- oder Rechtsberatung. Der Artikel wurde mit großer Sorgfalt recherchiert. Dennoch sind alle Angaben, insbesondere zu Kosten oder Preisen ohne Gewähr und können sich jederzeit ändern. Der Artikel wurde am 12.09.2026 veröffentlicht und zuletzt am 12.09.2026 editiert.
Die bundesweite Entwicklung 2025
Nach der jüngsten Polizeilichen Kriminalstatistik ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland 2025 erneut gestiegen: Bundesweit wurden 82.920 Fälle einschließlich Versuchen registriert, ein Anstieg um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 78.436 Fällen. Umgerechnet entspricht das rund 227 bis 277 Einbrüchen pro Tag, je nachdem, ob man mit Kalender- oder Werktagen rechnet. Damit setzt sich ein Trend fort, der seit 2022 zu beobachten ist: Nach dem pandemiebedingten Tiefstand von rund 54.000 Fällen im Jahr 2021 steigen die Zahlen seither wieder kontinuierlich.
Ein Blick auf die längere Entwicklung zeigt allerdings, dass das aktuelle Niveau immer noch deutlich unter dem historischen Höchststand liegt: 2015 wurden mit rund 167.000 Fällen etwa doppelt so viele Wohnungseinbrüche registriert wie heute.
Wichtige Eckdaten aus der PKS 2025:
- 44,9 Prozent aller Taten blieben im Versuchsstadium – fast jeder zweite Einbruch scheitert also, meist an Sicherungstechnik oder aufmerksamen Nachbarn.
- 37,8 Prozent aller Fälle (rund 31.300) waren sogenannte Tageswohnungseinbrüche, bei denen Täter gezielt die Abwesenheit der Bewohner tagsüber ausnutzen.
- Die häufigsten Einstiegswege bleiben leicht erreichbare Fenster, Terrassentüren und Wohnungseingangstüren.
- Der durchschnittliche Schaden pro Fall lag laut Versicherungswirtschaft 2025 bei etwa 3.850 Euro, die Gesamtschadenssumme der Versicherer bei rund 380 Millionen Euro.
Beispieltabelle: Wohnungseinbrüche nach Bundesland
Die folgende Tabelle zeigt die Häufigkeitszahl (Fälle pro 100.000 Einwohner) sowie die Aufklärungsquote für die Bundesländer auf Basis der zuletzt vollständig ausgewerteten regionalen PKS-Daten:
| Bundesland | Einbrüche pro 100.000 Einwohner | Tendenz |
|---|---|---|
| Bayern | 28 | niedrigstes Risiko bundesweit |
| Baden-Württemberg | 47 | deutlich unter Bundesdurchschnitt |
| Thüringen | 50 | unter Bundesdurchschnitt |
| Hamburg | 158 | über Bundesdurchschnitt |
| Nordrhein-Westfalen | 158 | über Bundesdurchschnitt |
| Berlin | 224 | zweithöchstes Risiko |
| Bremen | 312 | höchstes Risiko bundesweit |
Diese Werte basieren auf der PKS-Auswertung für 2024, die zum Redaktionsschluss dieses Beitrags die aktuellste vollständige Länderaufschlüsselung darstellt. Die bundesweite Gesamtzahl für 2025 liegt bereits vor und zeigt einen weiteren Anstieg; die entsprechend aktualisierte Länderverteilung wird von den Landeskriminalämtern in der Regel im Frühjahr des Folgejahres veröffentlicht.
Warum die Unterschiede so groß sind
Die Spanne zwischen Bayern (28 Fälle pro 100.000 Einwohner) und Bremen (312 Fälle) ist enorm – mehr als das Zehnfache. Mehrere Faktoren erklären dieses Stadt-Land- und Nord-Süd-Gefälle:
- Urbanisierungsgrad: Stadtstaaten wie Bremen, Berlin und Hamburg weisen traditionell höhere Fallzahlen auf, da dichte Bebauung, gute Verkehrsanbindung und anonymere Nachbarschaften Tatgelegenheiten begünstigen.
- Grenznähe und Verkehrsanbindung: Regionen mit guter Autobahnanbindung sind für überregional und international agierende Tätergruppen leichter erreichbar und schneller wieder zu verlassen.
- Soziale Kontrolle: In ländlich geprägten Bundesländern mit geringerer Bevölkerungsdichte ist die soziale Kontrolle durch Nachbarn tendenziell höher, was abschreckend wirkt.
- Bausubstanz und Sicherungstechnik: Der Verbreitungsgrad einbruchhemmender Fenster und Türen unterscheidet sich regional und beeinflusst die Zahl der vollendeten gegenüber versuchten Taten.
Aufklärungsquote bleibt niedrig
Neben der Häufigkeit ist auch die Aufklärungsquote ein zentraler Indikator. Bundesweit lag sie 2024 bei rund 15,3 Prozent – das bedeutet, dass nur etwa jeder sechste bis siebte Einbruch überhaupt aufgeklärt wird. Die Quote schwankt regional erheblich: Während in Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Bayern historisch häufiger rund ein Drittel der Fälle aufgeklärt werden konnte, lag die Quote in Hamburg und Bremen traditionell im niedrigen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich. Diese niedrige und regional stark schwankende Aufklärungsquote unterstreicht, warum Prävention – also die Verhinderung des Einbruchs selbst – in der öffentlichen Diskussion einen so hohen Stellenwert hat.
Wann und wie wird eingebrochen?
Entgegen der verbreiteten Vorstellung, Einbrecher kämen vor allem nachts, zeigt die Statistik ein anderes Bild: Mit 37,8 Prozent Tageswohnungseinbrüchen im Jahr 2025 findet ein erheblicher Teil der Taten am helllichten Tag statt, häufig während kurzer Abwesenheiten wegen Arbeit, Einkauf oder Schule. Die dunkle Jahreszeit von Herbst bis Winter verstärkt zusätzlich das Risiko, da frühe Dämmerung längere Zeitfenster für unbeobachtetes Handeln schafft.
Bei der Vorgehensweise dominiert nach wie vor die einfache mechanische Gewalt: In einem erheblichen Teil der Fälle nutzen Täter simple Werkzeuge wie Schraubendreher, um Fenster oder Türen aufzuhebeln. Genau deshalb gilt in der Präventionsarbeit der Grundsatz „Mechanik vor Elektronik“ – eine stabile Grundsicherung von Fenstern und Türen ist die wichtigste erste Barriere, die durch Alarmanlagen, Kameras und Smart-Home-Systeme sinnvoll ergänzt werden kann.
Fazit
Die Einbruchzahlen in Deutschland steigen seit 2022 wieder, liegen aber weiterhin deutlich unter dem Höchststand von 2015. Regional bestehen erhebliche Unterschiede: Bremen, Berlin und die großen Stadtstaaten verzeichnen die höchsten Fallzahlen pro Einwohner, während Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen am unteren Ende der Statistik liegen. Da fast jeder zweite Einbruchsversuch scheitert und Fenster sowie Terrassentüren die häufigsten Schwachstellen bleiben, zeigt sich: Solide mechanische Sicherungstechnik bleibt unabhängig vom Wohnort die wirksamste Maßnahme gegen Einbrüche.
Quellen
- ABUS: Kriminalstatistik – Wohnungseinbrüche bleiben auf hohem Niveau (PKS 2025)
- Aroundhome: Wohnungseinbrüche steigen – so zahlt Prävention sich aus
- CHECK24: Einbruchschutz für Ihr Zuhause – Zahlen nach Bundesland (PKS 2024)
- Aktion Tu Was: Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 – Wohnungseinbruchsdiebstahl in Deutschland
- Statista: Wohnungseinbruchdiebstähle pro 100.000 Einwohner nach Bundesländern
Hinweis: Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassen nur angezeigte Fälle. Fachleute gehen bei Wohnungseinbrüchen von einem relevanten Dunkelfeld aus, sodass die tatsächliche Zahl der Taten vermutlich höher liegt als die offiziell ausgewiesenen Werte.